Energiekosten

1.) Beheizung

Ein Outdoor-Pool verfügt über eine Heizung von 3kW, die selbstverständlich nicht 24 Stunden in Betrieb ist.
Im Hochsommer genügen ca. 15 Minuten um mit einer 3kW Heizung den Pool auf ca. 33 Grad zu halten – oft ist es auch so, dass Sie gar nicht heizen, weil 25 Grad eine „angenehme Abkühlung“ bedeuten…

In den kalten Monaten müssen wir mit 2 Stunden „Heizzeit“ rechnen. Je nachdem, ob Sie den Pool auf 35 Grad halten wollen oder eine „Überwinterungstemperatur“ von 16 Grad (Sleep-Modus) einstellen – in diesem Fall sind die Kosten deutlich geringer…

Als Info: heizen Sie gar nicht, nimmt der Pool pro Tag nur ca. 3 - 4 Grad an Temperatur ab, da die Wanne mit PU-Schaum isoliert ist und die zusätzliche Vollisolation aus Glaswolle eine optimale Wärmedämmung gewährleistet – die stabile Abdeckung hat eine Dicke von ca. 15 cm Styrodur.

Jetzt müssen wir für unsere Kalkulation einen Mittelwert annehmen:

Eine Stunde 3kW pro Tag – das sind 3kWh – bei einem Strompreis von 0,27 € pro Kilowattstunde sind das dann 0,81 € pro Tag. X 365 Tage = 296,- € pro Jahr

2.) Reinigungszirkulation

Wasser darf nie längere Zeit stehen – weder im Pool noch in den Schläuchen – sonst „stockt“ es und die Keime nehmen zu.

Aus diesem Grund verfügt der Pool über zwei Maßnahmen die dies verhindern:

a.) Eine Zirkulationspumpe mit 0,25kW wälzt das Wasser im Pool um – über den Skimmer werden Feststoffe im Kartuschenfilter gebunden und gleichzeitig das zurückströmende Wasser mit Ozon angereichert, um Keime abzutöten. Dies ist besser als der Einsatz von Chlor, da das Wasser nicht nach Chemie riecht, und keine Belastung der Schleimhäute verursacht. Es ist bei normaler Nutzung ausreichend, wenn diese Pumpe 2 x 3 Stunden täglich in Betrieb ist.

Unsere Berechnung: 0,25 kW x 6 Stunden = 1,50 kWh x 0,27 € = 0,41 € /Tag x 365 Tage = 150,- € pro Jahr.

b.) Während der Reinigungszirkulation werden auch die Whirlpoolfunktionen automatisch aktiviert. Das ist wichtig, da sonst das Wasser in den Schläuchen bei Nichtbenützung längere Zeit steht…
Zu Beginn jedes Reinigungszyklus laufen automatisch zwei Hydromassagepumpen mit jeweils 1,5 kW und die Druckluftpumpe mit 0,7 kW für jeweils 3 Minuten an.

3,7 kW für 6 min täglich verursachen 0,37 kWh – demnach 0,10 € täglich
– somit 36,- € pro Jahr

3.) Nutzung des Pools

Gehen wir davon aus, dass Sie den Pool in 50 Wochen im Durchschnitt 2 Mal pro Woche nutzen - das wären rund 100 Mal pro Jahr.

Nun kommen zusätzlich die Whirlpoolfunktionen mit durchschnittlich 3kW zum Einsatz.
(Sie werden nicht immer alle Hydro- und Luftsprudelfunktionen gleichzeitig in Benutzung haben)
– nehmen wir an für eine Stunde / Benutzung:

– das sind dann 100 x 3kW = 300kWh x 0,27 € = 81,-€/Jahr

4.) Zusammenfassung

Bei den angenommenen „Randbedingungen“ verursacht dieser „Musterpool“
folgende Energiekosten:

1.) Beheizung 296 €
2.a) Reinigungszyklen 150 €
2.b) Schlauchreinigung 36 €
3.) Nutzung 81 €





Summe: 563 € pro Jahr oder rund 1,54 € pro Tag


Realistisch liegen die individuellen Kosten irgendwo zwischen 1,5 € und 2,5 € / Tag

Bitte beachten: für Schwimm-SPA’s mit getrenntem Whirlpool- und Schwimmbereich ergeben sich höhere Kosten, da beide Bereiche über eigene Heizung und Umwälzung verfügen.

5.) Kosten eines Wasserwechsels

Normalerweise genügt es einmal pro Jahr einen Wasserwechsel vorzunehmen.

Damit Sie realistisch abschätzen können, was Sie so ein Wasserwechsel kostet, haben wir Ihnen eine Beispielrechnung erstellt:

Ein Aussenpool hat ein Fassungsvermögen von ungefähr 1.200 Liter.

Um das Wasser von 10 Grad Leitungstemperatur auf 30 Grad aufzuheizen,
sind ca. 28kWh Energie notwendig.
Bei 0,27 €/kWh  verursacht dies Kosten von ca. 7,60 €.
1000 l Wasser kosten ca. 5,- € - demnach 1.200 l ca. 6,- €

Die Wasser- und Energiekosten für eine Neubefüllung belaufen sich somit
insgesamt auf rund 14,- €

Die Aufheizdauer mit der 3kW Heizung des Pools beträgt ca. 12 Stunden.
Deshalb unsere Empfehlung:
Bevor Sie nach einem ausgelassenen Kindergeburtstag
(oder ähnlichen Belastungen) dem Wasser mit Chemie zu Leibe rücken:

Lassen Sie es ab und Befüllen neu…

6.) externe Beheizung

Es besteht die Möglichkeit, das Wasser im Pool nicht über den elektrischen Balboa - Durchlauferhitzer zu erwärmen, sondern über eine externe Heizquelle.

a.) technische Umsetzung:

Dies realisieren wir, indem wir in den Pool einen gesonderten Vor- und Rücklauf einbauen und damit über eine kleine Ladepumpe das Poolwasser durch einen Wärmetauscher pumpen (Sekundärseite).

Die andere Seite des Wärmetauschers (Primärseite) wird wiederum mit einer Ladepumpe an die extrene Heizquelle angeschlossen.

Um dies über die Temperatureinstellung des Balboabedienpanels steuern zu können, nutzen wir das ursprüngliche Signal für die elektrische Heizung nun für die beiden Ladepumpen.

Immer wenn der Pool - je nach der eingestellten Temperatur - Wärme benötigt, werden nun die Ladepumpen aktiviert und das Wasser erwärmt sich.

b.) Kosten:

Für den Einbau der Komponenten können wir pauschal annehmen:


- extra Vor- und Rücklauf  + Ladepumpe 160 €

- Wärmetauscher 13 KW 340 €

- Um- und Einbaukosten inkl. Fittinge und Kleinteile 225 €

- Ladepumpe + frostsichere Leitungen auf der Primärseite 650 €




Gesamtkosten: 1.375 €

 

c.) Einsparungen:

Verwenden wir als Grundlage die, in der Rubrik "1.)Beheizung" gemachten Annahmen:

Eine Stunde 3kW pro Tag – das sind 3kWh – bei einem Strompreis von 0,27 € pro Kilowattstunde sind das dann 0,81 € pro Tag. X 365 Tage = 296,- € pro Jahr

Wir müssen davon ausgehen, dass die externe Energie nicht kostenlos zur Verfügung steht - nehmen wir an diese kostet nur 1/3 der elektrischen Energie - also ca. 100,-€

Demnach haben wir eine Einsparung von ca. 200,-€ / Jahr

Dies hat zur Folge dass eine Amortisation der Investition von 1.375,-€ erst nach rund 7 Jahren eintritt.

d.) Solarbeheizung:

Hierbei wäre die Energie tatsächlich "kostenlos". Im Sommer, wenn genügend Energie vorhanden ist, benötigen wir leider nur ganz wenig….

Im Gegenteil - wer möchte im Sommer im 37C°warmen Wasser entspannen?

Im Winter, wenn viel Energie gebraucht wird, ist die Ausbeute zu gering…..

Zusätzlich muss ein Differenzregler installiert werden, der nur dann Solarenergie nutzt, wenn diese 10C°über der Pooltemperatur liegt. Kosten ca. 300,-€.

Falls die Kollektoren noch nicht vorhanden sind und extra beschafft werden müssen, schlägt sich dies ebenfalls auf die Kosten nieder.

Die konventionelle Beheizung muss im Winter parallel auch noch nutzbar sein - damit ergibt sich ein erhöhter Steuerungsaufwand.

Zu die in b.) aufgeführten Kosten (Wärmetauscher wird ebenfalls benötigt, da mit frostsicherem Glykol gefüllt wird) kommen nochmal ca. 1.000,-€ hinzu.

Im Winter benötigen wir doch noch die teure elektrische Energie….also Einsparungen im besten Fall auch nur 200,-€

Somit kommen wir auf jeden Fall auf eine Amortisationszeit  von größer 10 Jahren.

e.) Fazit:

Die Kosten für eine externe Beheizung sind bei einem kleinen Pool die selben wie bei einem Swim-SPA.

Der Swim-SPA benötigt mehr Energie - damit sind die Amortisationszeiten eher in einem wirtschaftlichen Bereich - für einen kleinen SPA würden wir eher abraten….

Gerne rechnen wir dies mit Ihnen zusammen auf Ihre individuelle Situation zugeschnitten durch.